Richtfest (Bericht OVB)

Nicht nur die Architektur, sondern auch das Konzept der neuen Waldorf-Kinderkrippe „Sternenbrücke“ ist außergewöhnlich.

Einen ersten Einblick konnten sich die Besucher jetzt beim Richtfest für die Einrichtung neben der Raphael-Schule auf dem B&O-Gelände in Mietraching verschaffen.

„Es ist bestimmt in Dorf und Stadt, ein Glück fürs Volk, wenn’s Nachwuchs hat, denn ohne diesen stirbt das Haus mit der Familienzukunft aus“ – mit diesen Worten begann Franz Wörndl (vom ausführenden Unternehmen Holzbau Wörndl) seinen Richtspruch bei der Hebfeier für die neue Kinderkrippe „Sternenbrücke“ der Raphael-Schule im Mietrachinger B&O-Gelände.

Zuvor hatte Geschäftsführerin und Vorstandsmitglied Eva Janisch unter anderem den Aiblinger Rathaus-Chef Felix Schwaller, Stadtratsmitglieder, Repräsentanten aus der Wirtschaft, die Landkreis-Behindertenbeauftragte Irene Oberst sowie die Kinder mit ihren Eltern und das Raphael-Team willkommen geheißen.

„Mit der neuen Krippe möchten wir einen weiteren Meilenstein setzen“, unterstrich die Geschäftsführerin. Sie bedankte sich für die finanzielle Unterstützung unter anderem bei der Stadt Bad Aibling, beim geschäftsführenden B&O- Gesellschafter Dr. Ernst Böhm und bei der Walter- und-Ursula-Schatt-Stiftung:
„Ohne Zuschüsse und Unterstützung wäre eine solche Bauherrschaft nicht möglich.“ Ihr weiterer Dank galt allen am Bau Beteiligten, allen voran Architektin Claudia Petzenhammer.

Als „Sternenbrücke-Highlights“ nannte sie die außergewöhnliche Architektur und das besondere pädagogische Konzept der Einrichtung.

„Die Krippe ist eine wunderbare Sache“, konstatierte Bürgermeister Felix Schwaller in seinem Grußwort. Auch er würdigte die Unterstützer des Projekts und äußerte sich hinsichtlich einer ausreichenden Belegung zuversichtlich:
„Ich bin mir sicher, dass genügend Kinder die Krippe beleben werden.“

Zu dieser hoffnungsvollen Prognose passte auch der Schluss des Zimmerer-Richtspruchs: „Dass dies in Erfüllung geh‘, hebe ich mein Glas zur Höh‘, und trink es aus zum Wohl allfort, hier auf diesen Kinderhort.“

Anschließend bestand für alle Hebfeier-Gäste Gelegenheit, bei einem Rundgang die neuen Räumlichkeiten kennenzulernen. Dabei stellte Claudia Petzenhammer die einzelnen Räume und ihre Nutzung vor. Franz Wörndl gab Erläuterungen zur Holzbauweise und zur Akustik.

Zum Auftakt der „Heb-Feier-Stunde“ hatten die Raphael-Kinder zusammen mit dem Team und Vorstandsmitgliedern einen Josef-Haydn-Kanon mit dem für ein Bauvorhaben beziehungsreichen Titel „Verborgen ist das Ziel“ gesungen.

Die eingruppige integrative Waldorf-Kinderkrippe steht Mädchen und Buben mit und ohne Behinderung im Alter von ein bis drei Jahren offen. Sie verfügt über zwölf Plätze und ist in ökologischer Vollholz-Bauweise in halbrunder Form erstellt.

Bis Ende 2015 soll das Bauwerk fertiggestellt sein. Bauherr ist der Förderverein „Freie Heilpädagogische Waldorfschule Rosenheim“, der auch als Träger der Raphael-Schule Bad Aibling fungiert.

Die Baukosten sind mit rund 900000 Euro veranschlagt und werden vom Freistaat Bayern mit rund 345000 Euro sowie der Stadt Bad Aibling mit knapp 82000 Euro gefördert.  Großzügig unterstützt wird das Projekt zudem von der B&O-Gruppe: Sie stellt dem Förderverein das Grundstück für 25 Jahre unentgeltlich zur Verfügung und leistet zudem eine Spende in Höhe von 70000 Euro.

Außerdem erhält der Förderverein von der Walter-und-Ursula-Schatt-Stiftung eine Zuwendung über 20000 Euro.

Am 22. Oktober lädt das „Sternenbrücke“-Team interessierte Eltern um 20 Uhr zu einer Informationsveranstaltung ein. Dabei werden das Konzept und die besonderen Angebote der Krippe vorgestellt.